Diese Überreste der Evolution haben nicht alle Menschen an sich. Du schon?

Laura am 26. November 2021
Beim Wort Evolution denken die meisten von uns an eine Zeit, weitab von unserer heutigen Zeit. Man denkt hierbei an unsere menschlichen Vorfahren, die langsam begannen, aufrecht zu gehen. Aber tatsächlich findet die Weiterentwicklung ständig statt und so kommt es, dass einige Menschen noch Überreste aus uralten Zeiten an sich haben, die andere längst nicht mehr besitzen.

Wir befinden uns praktisch ständig in der Entwicklung und es wird die Zeit kommen, in der Menschen gar keine Weisheitszähne mehr haben und vielleicht auch keinen Wurmfortsatz mehr. Es gibt aber noch weitere Reste aus der uralten Zeit, von denen du bisher vielleicht gar nichts wusstest. Vielleicht hast du einen an dir, der bei anderen schon gar nicht mehr existiert? Wir zeigen dir, welche besonderen Überreste der Evolution das sind.
1. Der lange Muskel an der Hand
Schau gleich mal deinen Unterarm auf der Höhe der Hand genauer an und vergleiche es mit dem Bild. Dieser lange Muskel befindet, befand sich an der Seite des unteren Armes. Dieser fand sich in uralten Zeiten hauptsächlich bei Primaten. Er war dafür wichtig, dass diese Klettern konnten, ohne große Mühen.

Da wir Menschen wirklich selten klettern, befand die Evolution ihn wohl mit der Zeit als unnötig und so kommt es, dass 20 Prozent der Menschen diesen Muskel gar nicht mehr besitzen. Gehörst du dazu oder hast du ihn noch? Wenn er bei dir noch da ist, dann weißt du jetzt, wofür er eigentlich gut ist. Daher ruhig mal klettern gehen, damit er sich nützlich machen kann dieser Muskel. Sicher wirst du bei Freunden und Kollegen auch nächstes Mal genauer hinsehen, ob sie ihn noch haben.
2. Gänsehaut
Das ist ein Phänomen, dass kaum jemand nicht hat. Die Gänsehaut. Allerdings hatte sie früher einen völlig andren Nutzen. Bzw. hatte sie überhaupt einen, im Gegensatz zu heute. Es sind kleine Muskeln, die dafür sorgen, dass sich die Haare bei Kälte oder auch Gefahr und Angst aufrichten und so eigentlich das Fell aufplustern.

Jetzt haben wir aber kein Fell mehr, die Gänsehaut an sich ist aber geblieben. Das bedeutet, dass sie eigentlich gar keinen Nutzen mehr hat. Sie hält uns nicht warm und sie sorgt auch bei Gefahr nicht dafür, dass sich unser Fell mächtig aufplustert. Aber gut. Zumindest erkennen wir daran, wie wir uns gerade fühlen. Jeder kennt jemanden, der in manchen Situationen den Arm zeigt und sagt: „Da bekomme ich ja glatt eine Gänsehaut, schau mal!“
3.Die Eckzähne waren lang und spitz
Einige Menschen haben sie von Natur aus noch, richtig lange und auch spitze Eckzähne. Manchmal bereiten diese aber mit der Zeit Probleme und müssen dann vom Zahnarzt abgeschliffen werden. Wir können uns alle wohl denken, für was diese in der Urzeit dienlich waren. Ein gutes Gebiss mit scharfen Eckzähnen war praktisch zum Überleben unentbehrlich.

Die Menschen, unsere Vorfahren, hatten kein Besteck, keine Gabel, kein Messer zum verkleinern der Speisen. Vor allem Fleisch wurde meistens ja roh gegessen und das schafft man mit den zarten Zähnchen, die wir heute haben, ja gar nicht. Und so kommt es, dass diese heute von der Evolution als überflüssig angesehen werden und nur noch die wenigsten Menschen von Natur aus lange und spitze Eckzähne haben. Bei den Tieren sind sie geblieben.
4. Weisheitszähne
Die meisten von euch wissen es bereits, für was die Weisheitszähne gut sein sollen. Haben sie überhaupt einen Nutzen oder sind sie nur dafür da, uns Probleme zu bereiten? Tatsächlich sind auch diese Zähne ein Überrest aus ganz alten Zeiten. Die Menschen hatten früher viel breitere Kiefer und dementsprechend war genug Platz für die heute so nervigen Weisheitszähne.

Allerdings gibt es auch jetzt schon genügend Menschen, die ohne diesen Überrest aus uralten Zeiten geboren werden. Die Evolution erkennt langsam, dass diese Zähne nicht mehr gebraucht werden und eher nur zu Problemen führen. Sie brauchen zu viel Platz und in den meisten Fällen müssen sie früher oder später entfernt werden. Wohl dem, der gar keine mehr hat, oder bei dem sie keinerlei Probleme verursachen.
5. Der Muskel hinter dem Ohr
Viele von uns kennen mindestens einen Menschen der mit den Ohren wackeln kann. Das sieht sehr lustig aus und man sagt gerne, dass der oder diejenige das noch mal machen soll. Aber wozu ist dieser Muskel gut? Denn nicht alle haben ihn. Du wirst staunen, dieses Ohren wackeln ist tatsächlich etwas, was diese Menschen mit der Tierwelt gemeinsam haben.
Kennst du jemanden, der mit den Ohren wackeln kann?

Denn Tiere richten ja ihre Ohren auf, sobald sie etwas hören, damit sie das betreffende Geräusch noch besser hören. Genau dafür ist dieser Muskel also gut. Die Menschen allerdings, die auch diesen Muskel besitzen, haben dadurch leider keinen weiteren Vorteil. Sie hören nicht besser, sondern können damit höchstens andere Menschen zum Lachen bringen.
6. Nicht 12, sondern 13 Rippen
Wir können ja schlecht selbst unsere Rippen zählen, außer, wir haben Röntgenaufnahmen davon. Es gibt nämlich tatsächlich noch ungefähr 8 Prozent an Menschen, die eine 13. Rippe haben. Normalerweise sind es nur 12. Diese überzählige Rippe ist ein Erbe unserer Vorfahren und sie ist auch bei Gorillas und Schimpansen völlig normal. Bei uns Menschen jedoch ist sie völlig überflüssig.

Sie hat keinerlei Funktion und so wird sie wohl in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auch nicht mehr auftreten. Schon interessant, wie viel wir doch mit anderen Lebewesen gemeinsam haben oder? Es gibt aber noch mehr, was uns mit der Tierwelt verbindet. Selbst die Zehen, auf die wir noch genauer eingehen werden.. Diese hatten ursprünglich eine sehr wichtige Funktion.
7. Unsere Zehen verbinden uns mit der Tierwelt
Tatsächlich sind die Zehen für Gorillas und Affen sehr wichtig. Sie helfen beim Greifen, aber auch beim Klettern. Man kann sie ja genau so verkrampfen wie die Hände auch, also sind das prima Helfer. Allerdings ist die Funktion bei uns Menschen natürlich nicht ganz so wichtig wie bei Affen und so bilden sich die Zehen im Laufe der Zeit immer mehr zurück.

Wir halten damit gerade noch unser Gleichgewicht und höchstens Primaballerinas brauchen sie noch, um mehr damit anzustellen. Auch balancieren wir unser Gleichgewicht eher mit der Außenseite unserer Füße aus, so dass die Zehen wohl in den nächsten Jahren und Jahrzehnten langsam aber sicher verschwinden werden. Allerdings stellen wir uns Füße ohne Zehen irgendwie gruselig vor..
8. Ein Rest, den wir mit den Tieren gemeinsam haben
Stelle dich mal vor einen Spiegel und sieh dir selbst in die Augen. Die rosa Ecke, die du dort am Rand erblicken wirst, ist ein Überrest aus uralten Zeiten. Wir kennen das ja aus der Tierwelt, dass sie zu dem normalen Lid ein zweites haben, welches das Auge praktisch mit einer transparenten Schicht abdeckt.

Heute findet sich das nur noch ausgeprägt bei Fischen, bei Reptilien und auch bei Vögeln. Der kümmerliche Rest, den wir im Auge haben, hat keinerlei Funktion mehr. Aber interessant zu wissen, dass auch das früher ein wichtiger Bestandteil unserer Vorfahren war. Ein zusätzliches Lid, welches mit der Zeit verschwand. Wieder etwas gelernt, sehen wir uns noch weitere Überreste der Urzeit an, die viele von uns noch haben.
9.Machen oft Probleme: Die Mandeln
Viele sehen Mandeln nur als Bakterienherd, der irgendwann entfernt werden muss. Aber tatsächlich haben sie noch heute eine sehr wichtige Aufgabe. Unter anderem dienen die Gaumenmandeln als „Filter“, also sie fangen Bakterien und andere problematische Keime ab, bevor sie uns krank machen können. Das sie also nur ein evolutionärer Überrest sind, stimmt einfach nicht. Im Gegenteil ist man heute nicht mehr so schnell dabei, sie zu entfernen, als es noch früher der Fall war.

Erst wenn sie wirklich dauerhaft entzündet sind und selbst die Ursache für ständige Halsentzündungen sind, sollte man sie entfernen. Das entscheidet aber der Arzt und diesem sollte man vertrauen. Im Alter schrumpfen die Mandeln übrigens von alleine und haben dann kaum noch eine Funktion.
10. Brustwarzen bei Männern
Uns allen ist die Funktion der Brustwarzen bei Frauen wohl bekannt. Damit wird der Nachwuchs ernährt, wie seit Millionen von Jahren schon. Aber was genau haben die Brustwarzen der Männer für eine Funktion? Gar keine. Tatsächlich keine. Der Grund, dass Männer überhaupt welche haben, liegt in der ersten Zellteilung. Jeder Fötus ist erst mal weiblich, bevor sich die männlichen Merkmale herausbilden.

So, jetzt kannst du auf der nächsten Party mit deinem Wissen glänzen oder einfach damit beeindrucken, wenn jemand mal mit dem Thema Evolution ankommt. Welche der seltenen Überreste der Evolution hast du an dir? Den Muskel an der Hand? Kannst du mit den Ohren wackeln oder hast du 13 Rippen? Jedenfalls kennst du jetzt den Ursprung all dieser Besonderheiten und freust dich vielleicht, ein Teil der herrlichen Evolution sein zu dürfen.