Dinge, die Eltern nicht zu ihrer Tochter sagen sollten

Lisa am 18. September 2020
Das Thema Erziehung ist und bleibt ein Streitthema. Jeder denkt, er weiß es besser. Und vor allem Mütter denken, sie machen alles richtig und wollen anderen gerne ihre eigenen Methoden aufdrängen. Es ist einfach schwierig, nicht umsonst gibt es tausende von Erziehungsratgebern von Psychologen, Müttern und anderen, die denken, sie haben die beste Methode entdeckt. Das ist natürlich schwer, da Kinder nun mal nicht alle gleich ticken. Dennoch gibt es einige Dinge, die stimmen. Mit wenigen Sätzen kann eine Mutter die Seele ihres Kindes auf Dauer schädigen und diese sollte man kennen.


1. "Du darfst nicht so viel essen"
Es ist gut, auf das Gewicht eines Kindes zu achten. Nicht gut ist es, wenn es ständig ausgebremst wird beim Essen. Dann beginnt es, sich Sorgen zu machen, spätestens wenn es mit Models aus Insta und Co konfrontiert wird.

Verbote reizen erst recht zu mehr und sorgen so für ein ungesundes Essverhalten, welches in eine Essstörung münden kann. Daher sollten Eltern, statt Kindern das Essen zu verbieten, von Beginn an ein gesundes Essverhalten vorleben.
2. "Lass mich das für dich machen"
Nach wie vor machen viele Eltern den Fehler, ihren Kindern alles abzunehmen. Das beginnt beim aufräumen des Zimmers und geht bei den Hausaufgaben weiter. Auch mischen sie sich gern in Streitereien und denken so, etwas gutes für ihr Kind zu tun. Das ist aber gar nicht gut.

Kinder sollten früh lernen, selbstständig zu werden. Ihre Zimmer aufzuräumen, ihre Aufgaben zu machen und natürlich auch ihre Konflikte selbst zu lösen. Sonst werden sie niemals selbstständig und auch nicht selbstbewusst. Man macht Kindern wirklich keinen Gefallen, wenn man ihnen alles abnimmt. Helfen darf man natürlich! Der beste Weg ist die Hilfe zur Selbsthilfe.

3. "Du darfst keine Zeit verschwenden"
Gerade wenn Kinder dann älter werden, vor dem Abschluss stehen zum Beispiel, dann mischen sich Eltern richtig ein. Das Kind möchte vielleicht ein Jahr ins Ausland gehen oder ein Hanging Jahr machen, dann kommt der Ratschlag, dass doch zu viel Zeit verloren geht und das nicht gut ist.

Dennoch sollte man hier das Kind selbst entscheiden lassen, vor allem, wenn ein guter Plan vorliegt. Ratsam ist hier also, sich zusammenzusetzen und über die Pläne nach dem Auslandsjahr zu sprechen. Auch hier geht es wieder darum, eigene Entscheidungen möglich zu machen und zu fördern.
4. "Du bist noch zu jung dafür"
Bei diesem Satz ist es natürlich klar, dass es Dinge gibt, für die Kinder wirklich noch zu jung sind. Kein 10jähriges Mädchen braucht sich schminken und eine Party mit 12 Jahren, wo Alkohol getrunken wird, ist auch keine gute Idee.

Statt aber hier Verbote auszusprechen, gar mit Arrest zu drohen, sollte sich zusammengesetzt werden und erklärt werden, warum es für dieses oder jenes noch zu jung ist und was bessere Alternativen wären. So lernt das Kind Kompromisse kennen und wird später flexibel im Handeln sein.

5. "Das wird schon wieder"
Dieser Satz. Jeder kennt ihn, jeder hasst ihn. Vor allem bei Liebeskummer wird er oft genannt. Dieser Satz hilft aber nicht. Das ist pauschal, klingt nach „Lass mich in Ruhe“. Das Kind fühlt sich nicht ernst genommen und möchte reden, oder in Ruhe gelassen werden.

Ein „Das wird schon wieder“ ist zwar nett gemeint, aber nicht hilfreich. Besser ist es, sich mit dem Thema, wenn das gewollt wird, auseinanderzusetzen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie es tatsächlich „wieder werden kann“.
6. "Das können nur Männer"
Ach dieser blöde Satz. Vor allem in der Berufswahl taucht er immer noch auf. Unglaublich, dass es immer noch Eltern gibt, die ihren Kindern sagen, welcher Beruf für wen ist. Lasst sie sich doch ausprobieren.

Wenn die Tochter denkt, es gefällt ihr auf der Baustelle besser als im Büro, dann lasst sie ein Praktikum machen. Entweder ist es ihr dann tatsächlich zu schwer und sie findet selbst ihre Grenzen heraus, oder es gefällt ihr, dann soll sie das doch machen!

7. "Erwarte nicht zu viel"
Kinder träumen gerne. Auch junge Erwachsene haben Ziele und Pläne, die zugegeben manchmal wirklich weltfremd sind. Aber das ist, was das Leben ausmacht. Ziele, Pläne, Träume. Die besten Erfinder waren Träumer.

Daher lasst sie träumen! Sie werden selbst erkennen, was machbar ist und was nicht. Und vielleicht sprengen sie Grenzen, erreichen Ziele, was für dich undenkbar schien. Was immer sie träumen, lass sie. Sie sollen ihr Leben selbst erforschen. Nicht deines.
8. "Das machen Frauen nicht"
Schubladendenken ist auch immer noch vorhanden, gerade wenn es um Rollen in der Gesellschaft geht. Natürlich „Schickt“ sich einiges nicht, was Männer machen und was bei Frauen erst recht komisch oder unangenehm wirkt.

Aber statt sowas zu sagen, kann man das auch auf alle beziehen. Rülpsen steht nicht mal Männern oder sich sonst wo hin in der Öffentlichkeit zu fassen. Das macht man generell einfach nicht, wäre die bessere Erklärung als „Das machen Frauen nicht“.


9. "Er ist nicht gut für dich"
Er ist da, der erste Liebeskummer. Die Tochter heult, ist am Ende und das einzige, was der Mutter einfällt ist: Er war sowieso nicht gut für dich. Ganz schlechte Idee. Denn wenn die Tochter das auch so sehen würde, würde sie sicher nicht weinen.

Auch wenn sie einen Freund mit nach Hause bringt, der dir so gar nicht passt, dann mach dir selbst den Gefallen und behalte deine Meinung für dich. Außer du wirst gefragt. Und selbst dann solltest du vorsichtig sein, was du antwortest. Denn gerade im Jugendalter machen Mädchen genau das Gegenteil davon, was die Mutter möchte. Lass sie selbst herausfinden, ob er richtig für sie ist oder nicht.